Artikelserie: Confixx vs. ispCP-Teil 3

Im vorherigen Artikel unterzog ich die OpenSource Lösung "ispCP" einem grossen Test. Im ersten Artikel widmete ich mich dem kommerziellen "Confixx". Dieser dritte und letzte Teil soll nun klären, wer letztendlich vorne steht.
Wer wird also siegen?

Ausstattung & Rechenleistung

Die Ausstattung beider Software-Lösungen ist nicht perfekt und lässt hier und da noch Wünsche offen.
Unter Confixx z.B. kann ich jedem anzulegenden Kunden noch zuweisen, ob er einen SSH Zugang dazu erhalten soll, um auf seine Daten zuzugreifen.
Dieses Feature bietet mir ispCP nicht, dafür ist es hier einfacher, Einstellungen an der "php.ini" vorzunehmen.

Ähnlich verhält es sich mit der Rechenleistung.

Während Confixx für seine Ausstattung einen recht niedrigen Verbrauch der Ressourcen hat, schluckt ispCP gerne mal etwas mehr Leistung. Was ja auch logisch ist - schaltet man die Backup-Funktionen aller Kundendaten ein, so fängt der Server praktisch an zu glühen und hat einiges zu leisten.

Eine Backup-Funktion konnte unter Confixx nicht gefunden werden. Hier ist man auf eigene Lösungen angewiesen.

Installation & Übersicht

Die Installation von Confixx gestaltet sich um einiges einfacher als die des Konkurenten. Hier ist nur die Eingabe weniger Daten notwendig.
Entscheidet man sich hingegen für ispCP, sind einige Eingaben und Entscheidungen gefragt. So stellt einen ispCP beispielsweise vor die Wahl, ob man ProFTP als Standalone Server oder als Init.d Service laufen lassen möchte.
Auch vor die Wahl des PHP Moduls wird man gestellt: sollte ich lieber fcgi oder fastCGI einsetzen?

Dafür ist die Installation individueller und lässt dem User mehr Freiheiten.

Entscheidungshilfe

Dies soll eine kleine Entscheidungshilfe sein. Diese spiegelt allerdings nur meine persönlichen Erfahrungen wieder. Wer sich dennoch nicht entscheiden kann, der muss sich selber von den Leistungen beider Programme überzeugen.

Ich setze auf ispCP (wobei ich auch eine Confixx Lizenz besitze) wegen seiner Freiheiten. Wo ich ein Confixx erst (mehr oder weniger) umständlich konfigurieren muss, lässt mir ispCP schon bei der Installation die Qual der Wahl.
Das k.o. Argument für mich ist allerdings die Tatsache, dass ispCP eine eigene und sofort verwendbare Konfiguration für ipTables mitbringt. So kann ich mir eine Programmierung der Linux-Firewall sparen - eventuell sind aber Anpassungen nötig.

Fazit

Für den geübten Server-Admin führt meiner Meinung nach kein Weg daran vorbei, das kostenlose ispCP wenigstens zu testen. Hat man die Installation hinter sich, stehen sofort alle Möglichkeiten offen (Spam Filter nachinstallieren? Bestimmte funktionen deaktivieren?).
Hat man Kunden bzw. Reseller, so müssen diese erst angelegt werden. Beim kommerziellen Konkurenten ist ein Reseller und ein Kunde (sicherlich zu Demonstrationszwecken) schon vorhanden.

Wer hingegen nicht so viel Erfahrung vorweisen kann, sollte auf Confixx setzen. Doch man muss bedenken, dass Confixx nicht weiterentwickelt wird und es nur noch Security-Updates gibt. Neue Funktionen kommen somit keine mehr hinzu.

Mein abschliessender Rat: unbedingt beide Programme selber antesten (eine Demo wird auf den Webseiten der Hersteller angeboten). Wer individuelle Einstellungen vornehmen möchte, wird aber in aller Regel mit ispCP besser beraten sein.