Es gibt ja recht viel Serververwaltungs-Software im Internet. Einige davon kosten Lizenzgebühren und andere sind als OpenSource kostenfrei zu haben. Zwei

dieser Softwarelösungen möchte ich Euch in dieser Artikelserie näher bringen. Der erste Teil beschäftigt sich mit Confixx und enthält eine abschliessende Bewertung dieser Software.
Vorwort
Mietet man sich bei einem beliebigen Webhoster etwas Webspace, so erhält man Zugriff auf eine mehr oder weniger Umfangreiche Administrationsoberfläche zur Verwaltung des Webspaces.
Hierfür lassen sich die unterschiedlichsten Lösungen finden. Eines der bekanntestens Admin-Oberflächen dürfte wohl
Confixx sein. Confixx wurde vom Unternehmen
Parallels (ehem. SWsoft) aufgekauft und steht dadurch in direkter Konkurenz zum hauseigenen
Plesk. Deswegen wird Confixx aktuell auch nicht mehr weiterentwickelt - Parallels gibt nur noch Sicherheitsupdates heraus. Confixx sowie Plesk ist nicht OpenSource, es kostet also Lizenzgebühren.
Kann Confixx trotzdem noch mit anderen, kostenlosen Tools mithalten?
Eine andere Administrationsoberfläche bietet hingegen
ispCP an. Dieses Tool ist frei verfügbar (da OpenSource) und kann schnell & einfach ohne viel Aufwand in wenigen Minuten installiert werden.
ispCP wird ständig weiterentwickelt und auf dem neuesten Stand gehalten.
Kann das kostenlose ispCP mit einem kostenpflichtigem Confixx mithalten oder ist es vielleicht sogar besser?
Der Test: Confixx
Schon meine erste Website (
meine Projekte) verwaltete ich mit Confixx - damals stand die Software allerdings noch unter der Entwicklung von SWsoft.
Ich kann also behaupten, das für mich Confixx kein unbeschriebenes Blatt ist.
Nun hatte ich erstmals Einblick in alle 3 Oberflächen:
als Administrator, als Reseller (Wiederverkäufer) und (wie früher bereits) als Endkunde.
Als Administrator verwaltet man Reseller, Server spezifische Einstellungen, Kunden, Cronjobs und so weiter.
Als Reseller legt man neue Kunden und deren Domains an, verwaltet die Kunden und kann ihnen inviduelle Dienste (z.B. PHP ja/nein) bereit stellen.
Der Endkunde kann sich in eine Webmail, eine WebFTP und in die PHPMyAdmin Oberfläche einloggen.
Das Anlegen von Resellern & Kunden gestaltet sich als recht simpel: hier und da ein Klick, die Daten (Name, Vorname etc.) eingeben und fertig. Dies hat an so manchen Stellen allerdings seine Tücken.
Etwas unflexibel: Logins & individuelle Einstellungen
Als etwas unflexibel gestaltet sich das Thema Kunden-/Reseller Login. Hier ist von Haus aus ein "res1" oder "web1" (ersteres für Reseller, zweiteres für Kunden) vorgegeben.
Insofern man Admin, Reseller und Kunde zugleich ist (so wie z.T. bei mir der Fall) sorgt das nicht gerade für mehr Übersicht.
Individuelle Einstellungen (z.B. das Open_Basedir verändern, PHP Upload Limit erhöhen) lassen sich über den Menüpunkt "httpdSpezial" vornehmen. Möchte man diese ändern, so kann man mit einem Klick auf "erweiterter Modus" die Kundeneinstellungen seinen Wünschen entsprechend anpassen.
Hier ist man es als normaler Server-Admin gewöhnt, die Einstellungen direkt in der php.ini Konfigurationsdatei vorzunehmen. Dies kann man zwar bei Confixx auch machen, jedoch werden die vorgenommenen Änderungen wieder überschrieben, sobald man diese per Webinterface erneut ändern möchte.
Vorbildlich: SpamAssasin schon dabei
Confixx lässt dem Administrator bzw. dem Reseller die Wahl, ob man einem Kunden eine Anti-Spam Software für die Mailbox zur Verfügung stellt oder nicht. Vorbildlich, denn hier muss nichts nachinstalliert werden - Confixx lässt dem Admin bei der Installation die Wahl, ab er
SpamAssasin mitinstallieren möchte oder nicht.
Als Kunde kann man diesen Spamfilter dann noch einstellen. Wie sollen die Emails gefiltert werden und wie soll eventueller Spam in der Mailbox gekennzeichnet sein?
Die Installation: Schnell und unkompliziert
Vorneweg muss ich gestehen, das ich die Installation von Confixx nur mit vorher erworbenem Lizenzschlüssel vorgenommen habe - eine andere Möglichkeit bekam ich leider nicht!
Hat man diesen Lizenzschlüssel ersteinmal, meldet man sich per SSH an seinem Server an. An dieser stelle reicht ein einfaches Kommando ("./configure.sh") und Confixx stellt dem Admin zunächst einige grundlegende Fragen, bevor die grafische Oberfläche installiert wird.
Es vergehen keine 5 Minuten, bis einem die zu notierenden Nutzernamen & Passwörter angezeigt werden. Die Installationsroutine fragt einem nach Abschluss auch gleich, ob man den Server neustarten möchte.
Nach dem Neustart ist Confixx unter der vorher angegebenen Adresse erreichbar (inklusive einem bereits angelegten Reseller "rel0", einem Administrator "Admin" und einem Kunden "web0". Es kann also prompt losgehen.
Und weiter?
Die Auslastung des Servers durch die migebrachten Dienste hält sich in Grenzen und fiel im Test positiv auf. Genau lässt sich der Verbauch allerdings nicht aufzeigen, da am Server ja auch noch andere Dienste laufen. Ein modernen Server mit 512 MB RAM wird aber auf alle Fälle ausreichen. Läuft kein Webserver mit, ist das System überraschend Ressourcenschonend - kaum RAM wurde benötigt.
Fazit
Confixx lässt sich also schnell und einfach installieren, schwächelt jedoch an der Kunden-/Resellerverwaltung sowie den Konfigurations-Einstellungen. Ausgefallene Features vermisst man auch als Administrator (z.B. eine DNS Funktion wäre wünschenswert - zumindest im grösseren Umfang als die mitgelieferte), doch die Auslastung des Systems hält sich dafür in Grenzen.
Dem deutschen Schulnotensystem nach würde Confixx von mir wohl eine 2- oder eine 3 bekommen.
Zu gravierend sind doch die Umstände, das keine neuen Features mehr hinzukommen, die man vermisst bzw. von anderen Systemen her kennt.
In der Artikelserie geht es weiter mit Teil 2 - ich nehem ispCP genauer unter die Lupe!
Hier geht es zum zweiten Teil der
Artikelserie: Confixx vs. ispCP